Aussenpolitik

Burkina Faso ist Mitglied aller großen regionalen Organisationen wie ECOWAS, UEMOA, CEN-SAD und AU (Afrikanische Union) und war wiederholt Gastgeber internationaler Gipfel. Ouagadougou ist Sitz von UEMOA und CILSS.

Diplomatische Beziehungen

Die Anlehnung an Frankreich, gute Beziehungen zu westlichen Geberländern der EU sowie Loyalität zu IWF und Weltbank sind Fundament der Außenpolitik. Für Frankreich und die USA wurde Burkina Faso zum Alliierten im Kampf gegen islamistischen Terror. Beide Länder unterhalten Militärbasen in Ouagadougou oder im Norden nahe der Grenze zu Mali. Spezielle Beziehungen unterhält Burkina Faso zu Taiwan und bis 2011 zu Libyen. Diplomatische Beziehungen wurden zuletzt u.a. mit Japan, Brasilien, Südafrika, Australien und Kasachstan aufgenommen.

Schlichterrolle bei Konflikten in der Region

Nach zahlreichen Vorwürfen, Burkina Faso würde Bürgerkriege und Putschversuche in Nachbarländern (Liberia, Sierra Leone, Elfenbeinküste, Mauretanien) unterstützen und mit blutigen Diamanten aus Angola handeln, trat Blaise Compaoré in den letzten Jahren als Schlichter von Konflikten auf das internationale Parkett. So wurde er in Togo 2006 zum Vermittler im langwierigen Konflikt zwischen Regierung und Opposition erkoren. Seit Oktober 2009 vermittelte der burkinische Präsident auch zwischen den Konfliktparteien im westafrikanischen Guinea

Er war seit 2012 ein Hauptvermittler im Malikonflikt. Im Rahmen der Organisation der Afrikanischen Einheit (OAU) engagierte sich Burkina Faso auch verstärkt als Vermittler bei Konflikten in Sierra Leone, Äthiopien- Eritrea, Tschad, Komoren, Tuareg-Frage in Mali und Niger. Nach dem Sturz von Compaoré verzichtete Burkina Faso weitgehend auf regionale Mittlerrollen.

Elfenbeinküste

Von 2002 bis 2011 war der Bürgerkrieg im Nachbarland Elfenbeinküste das größte außenpolitische Thema. Die Regierung der Elfenbeinküste hatte über Jahre hinweg der burkinischen Regierung vorgeworfen, die Rebellion im Norden zu unterstützen. Im Süden der Elfenbeinküste kam es zu gewalttätigen Übergriffen gegen burkinische Staatsbürger, die Massenflucht zur Folge hatten.

Schließlich wurde Präsident Blaise Compaoré einvernehmlich vom ivorischen Präsidenten Laurent Gbagbo und dem Rebellenführer Guillaume Soro als Vermittler für die Befriedung des Landes Elfenbeinküste ausgewählt. 

Blaise Compaoré überzeugte in seiner Vermittlerrolle, verteidigte dabei aber auch die vitalen Interessen Burkina Fasos, standen doch das Wohl von mehr als 3.000.000 Burkinern in der Elfenbeinküste und der Zugang zum Hafen von Abidjan auf dem Spiel. Am 04. März 2007 unterzeichneten die Konfliktpartner den Vertrag von Ouagadougou (Accord de Ouagadougou), der u.a. die Wiedervereinigung, neue Präsidentschaftswahlen, Entwaffnung und Demokratisierung vorsah. Mit der Präsidentschaft von Alassane Dramane Ouattara (ADO) und seinem Premierminister Guillaume Soro haben sich die Beziehungen zur Elfenbeinküste normalisiert.

Libyen

Der Tod Gaddafis am 20.10.2011 wurde in Burkina Faso mehrheitlich mit Bestürzung aufgenommen, galt er doch als engster Freund von Blaise Compaoré. Gaddafi galt in Burkina Faso als panafrikanischer Streiter, bei dem alle Fäden, militärisch, finanziell und machtpolitisch zusammenliefen, und als großer Wohltäter des burkinischen Volkes. Eine wichtige diplomatische Achse brach ab. Blaise Compaoré passte sich aber rechtzeitig der internationalen Wetterlage an und kannte die libysche Übergangsregierung ohne Zögern an.

Mali

Das Vorgehen der islamistischen Rebellengruppen Ansar Dine (Verfechter des Glaubens) und MUJAO (Bewegung für Einheit und Dschihad in Westafrika) im Norden von Mali haben in Burkina Faso Entsetzen und Ängste hervorgerufen. Am 11. Januar 2013 begannen französische Luftangriffe gegen Stellungen der islamistischen Verwaltung im Norden Malis. Französische Spezialkräfte hielten sich dafür schon seit Monaten in Burkina Faso an der Grenze Malis in Bereitschaft.

Der burkinische Außenminister gab einen Tag später bekannt, dass 500 burkinische Soldaten im Rahmen der afrikanischen Eingreiftruppe MISMA die malische Armee im Kampf um die «territoriale Integrität» des Landes unterstützen werden. Vermittlerrolle Burkina Fasos im Malikonflikt.

Am 27.03.2012 berief die CEDEAO Blaise Compaoré zum Vermittler zwischen der fünf Tage zuvor putschenden Militärjunta in Mali und den Tuaregrebellen. Der damalige burkinische Außenminister Djibrill Bassolé konnte im Auftrag der CEDEAO mit dem Juntachef Amadou Sanogo ein Rahmenabkommen zur Machtübergabe an eine zivile Übergangsregierung sowie die Durchführung von Wahlen vereinbaren. Dioncounda Traoré wurde am 12.04.2012 Interimspräsident. Im Juni 2013 konnte in Ouagadougou ein Abkommen zwischen der malischen Übergangsregierung und den Tuaregrebellen der MNLA (Nationale Bewegung zur Befreiung Azawads) unterzeichnet werden. Es sah einen sofortigen Waffenstillstand und die Stationierung westafrikanischer Eingreiftruppen vor.

Deutschland

Deutschland ist für Burkina Faso einer der größten bilateralen Geberländer und einer der wichtigsten Partner in der Entwicklungszusammenarbeit. Die Staatsbesuche von deutschen Bundespräsidenten in Burkina Faso mussten 2010 und 2012 jeweils von deutscher Seite wegen dessen vorzeitigen Rücktritten abgesagt werden. Am 14.06.2012 traf Blaise Compaoré mit Bundespräsident Gauck und am 15.06. mit Bundesminister Niebel in Berlin zusammen. Im August 2012 fand ein Besuch von Minister Niebel in Ouagadougou statt.

Im Deutschen Bundestag kam es nach dem Sturz des Systems Compaoré am 24.11.2014 zu einer Anfrage der Fraktion DIE LINKE zu dem Verhältnis der Bundesregierung gegenüber dem undemokratischen Verhalten der semi-autoritären Regierung Compaorés, insbesondere der Straflosigkeit und der Verwicklung des Regimes in politische Morde, regionale Kriege und Diamantenhandel.

Die frühere Erziehungsministerin Odile Bonkoungou war seit Anfang 2012 Botschafterin in Berlin, wurde aber 2015 von der burkinischen Regierung zurückberufen. Simplice Honoré GUIBILA wurde zum neuen burkinischen Botschafter in Berlin berufen und akkreditierte am 10. November 2015.

Am 21.02.2017 kam der Präsident von Burkina Faso Roch Kabore auf Staatsbesuch nach Berlin. Bundeskanzlerin Angela Merkel sicherte ihm Unterstützung bei der Bekämpfung des Terrorismus in Burkina Faso zu.

Der Urheber ist auf dem Länderportal der GIZ nicht erwähnt gewesen. Ich habe die GIZ informiert, dass ich in meine touristischen Webseiten das wertvolle Wissen einpflege. Jede Unterstützung ist willkommen. Vor allem in Bezug auf Bildern und Wahrung der Aktualität bin ich auf Hilfe angewiesen.