Kultur

Medienlandschaft

Print- und Onlinemedien

In Burkina Faso erscheinen über 30 Zeitungen, von denen etwa die Hälfte auch online zu lesen ist. Mediensprache ist Französisch. Daneben gibt es Zeitschriften in lokalen Sprachen.


Tagespresse:

L’Observateur Paalga (bis 10.000 Ex.)
Le Pays (liberal, 3.000 Ex.)

Sidwaya (staatlich, 3.000 Ex.)
L’Express du Faso (Bobo-Dioulasso, 1.500 Ex.)

Wochenzeitschriften:

L’Indépendant (von Norbert Zongo, 8.000 Ex.) z.Zt. nicht online 

Bendré (sankaristisch) z.Zt. nicht online

La voix du Sahel (sankaristisch)

San Finna (UNDD-nahe, 10.000 Ex.) Le Journal du Jeudi (Satireblatt, 8.000 Ex.) L’Opinion (regierungsnah, 5.000 Ex.)

L’Evénement (vierzehntägig 10.000 Ex.)

Le Reporter (vierzehntägig) L’Hebdomadaire du Burkina

Onlinemedien (Presserückschau):

lefaso
226infos.net
burkina24.com
fasopresse fasozine

faso-tic

aib (Nachrichtenagentur)

Als kritische Presse gelten u.a. l´Evénement, Le Reporter, L´Indépendant, Bendré oder La voix du Sahel mit zum Teil namhaften Journalisten. Der hohe Anteil an Analphabeten, die geringe Verbreitung der Zeitungen und die mangelnde Kaufkraft sind einige der großen Hindernisse für die Entwicklung dieser Medien. Ihre Rolle ist trotzdem nicht zu unterschätzen, da Zeitungsartikel auch in lokaler Sprache übersetzt im Radio vorgelesen und deren Inhalte von den anderen Medien aufgegriffen werden.

Rundfunk und Fernsehen

Online sehen + hören:

TV RTB live
Radio RTB live
Savane FM
Radio Pulsar
Ouaga FM

Radiodiffusion-Télévision du Burkina (RTB) ist der Name der nationalen Hörfunk- und Fernsehanstalt Burkina Fasos. Neben ihr gibt es heute über 70 private Radiostationen (Répertoire der Medien), davon etwa die Hälfte auf dem Land.

Mehrere internationale FM-Radiostationen (RFI, BBC, V.O.A., Africa N°. 1) senden aus Ouagadougou. Der Musiker Moustapha Thiombiano ist legendärer Radiopionier in Burkina Faso. Thiombiano hatte in den USA mit Stevie Wonder gearbeitet und Musiksendungen in Los Angeles moderiert, bevor er 1986 nach Burkina Faso zurückkehrte. Noch zur Zeit Sankaras hat er „das erste freie Radio im frankophonen West-Afrika“ installiert und 1990 unter dem Namen „Horizon FM Fréquence Magique, 104.4“ in Betrieb genommen. Er installierte über ganz Burkina Faso zahlreiche lokale Sender. Inzwischen sind viele dem Beispiel Thiombianos gefolgt. 

Radio Pulsar z.B. ist ein 1996 als GmbH in Zusammenarbeit mit BBC gegründeter Musiksender, der heute besonders Jugendliche anspricht. Radio Savane FM ist heute der am meisten gehörte Sender. Er wurde 1999 von drei Aktionären gegründet, sendet auch in Yako und in Kaya.

Während in den Städten die Programmgestaltung hauptsächlich Musik, Werbung, Sport oder Nachrichten vorwiegend in französischer Sprache umfassen, wird das Programm auf dem Land in den Nationalsprachen gesendet und gilt besonders der Bildung, Unterhaltung und Aufklärung seiner Hörer. Sehr beliebt auf dem Land sind Sendungen, bei denen alte Mythen und Märchen vorgetragen werden. Zeitungsartikel werden, in lokale Sprachen übersetzt, vorgelesen.

Neben den staatlichen RTB und RTB 2 kann man in Burkina noch mit einer speziellen billigen Antenne das französische TV 5 empfangen. Außerdem gibt es in Ouagadougou private TV-Anstalten, die auch im Umkreis anderer größerer Städte analog zu empfangen sind:


Canal 3

SMTV (Sky – Sports et Musique Télévision) 
TVZ (Fernsehkanal von Moustafa Thiombiono)
BF1 TV

AFRICABLE (aus Mali)

Multichoice Burkina Faso (Pay TV von DStv aus Südafrika, via Satellit)

sowie die religiösen Sender

TV Maria (katholischer Sender)
ImpacTV (evangelischer Sender)

TV AL HOUDA (moslemischer Sender)

Canal 3 gehört der größten libanesisch dominierten Unternehmensgruppe im Land, der „Groupe Fadoul Afrique“.

Besonderer Beliebtheit erfreut sich die Komödienepisode „Le Bobodiouf“. Canal 3 bietet auch Informationen und Debatten. Pay TV ermöglicht den Empfang von über 90 Kanälen weltweit, zu haben bei isec. Das Bezahlfernsehen Canal+ kann auch abonniert werden.

Eine kommentierte Liste der wichtigsten Zeitungen und Radio- und Fernsehanstalten bietet das Centre National de Presse Norbert Zongo an sowie eine Seite über die Medien in Burkina Faso.

Seit fast 20 Jahren unterstützt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eine Professionalisierung des Journalismus. Der DED begann im Jahr 2000, Weiterbildung für Journalisten anzubieten. Für die Deutsche Welle Akademie ist Burkina Faso ein Fokusland.

Pressefreiheit

Unter der Übergangsregierung bis Ende 2015 war keine nenneswerte Einschränkung der Pressefreiheit beobachtet worden. Laut einer Studie der Deutschen Welle Akademie, veröffentlicht zum Tag der Pressefreiheit am 3. Mai 2015, waren Verbesserungen erkennbar.


Auf der Weltrangliste 2020 zur Pressefreiheit steht Burkina Faso auf Rang 38 (vor Italien auf Rang 41 oder den USA auf Platz 45) von 180 Ländern. Die Situation der Pressefreiheit wurde von Reportern ohne Grenzen (RSF) als zufriedenstellend eingestuft. Allerdings wurde noch eine Einflussnahme des Kommunikationsministeriums auf Mitarbeiter staatlicher Medien beklagt. Unter den afrikanischen Ländern steht Burkina Faso an fünfter Position (nach Namibia, Kap Verde, Ghana und Südafrika), unter den frankophonen Ländern Afrikas an erster Stelle. Nach RSF ist Burkina Faso „eines der dynamischsten Länder, was den Pluralismus – egal ob im gedruckten oder rtv-Journalismus –  angeht.“


Schon zur Zeit des Regimes unter Compaoré, als Burkina Faso als semiautoritäres Regime  klassifiziert wurde, besaß das Land einen pluralistischen Mediensektor. Staatliches Fernsehen und Radio, die RTB, wurden jedoch kontrolliert. Wegen der unausgewogenen und unkorrekten Berichterstattung fiel die Sendeanstalt während des Aufstands am 30.10.2014 dem Volkszorn zum Opfer, wurde verwüstet und in Brand gesteckt. Demokratischer Pluralismus, Förderung guter Regierungsführung, Anzeigen von Korruption und entwicklungsfeindlichen Handlungen sind nach  dem Sturz Compaorés die neuen Maximen der RTB. Am 13.12.2014, dem Jahrestag der Ermordung des Journalisten Norbert Zongo, wurde der bis dahin tabuisierte Dokumentarfilm «Borry Bana» (siehe oben) ausgestrahlt.

Wenn die Pressefreiheit gegen Ende des Regimes Compaoré mehr geachtet wurde, lag dies einmal  am internationalen Druck, andererseits an mutigen Journalisten wie Norbert Zongo oder Moustapha Thiombiano. Die dem Staat abgetrotzte Freiheit trug maßgeblich zum Volksaufstand vom 30.10.2014 und zum Sturz von Blaise Compaoré bei.

Da die Printmedien nur eine kleine intellektuelle Oberschicht erreichte, ging bei Zeitschriften die äußere Freiheit am weitesten. In kritischen Zeitschriften konnten heikle Themen aufgegriffen oder gegen Regierung und Präsidenten polemisiert werden. Zunehmend wurden aber Zeitungsartikel von privaten Radiosendern vorgelesen.

Die Freiheit des Radios hat Moustapha Thiombiano in zähem Kampf während der letzten drei Jahrzehnte der Regierung abgerungen. Er war in Burkina Faso vielen Repressalien ausgesetzt, musste Razzien über sich ergehen lassen, untertauchen und während der Krise um Norbert Zongo nach Ghana fliehen.

Über lange Zeit war das staatlich gelenkte Fernsehen von RTB das einzige burkinische Fernsehen, obwohl Moustapha Thiombiano neben seinen privaten Radiostationen von Horizont FM längst  komplett ausgestattete Fernsehstudios in Bereitschaft hielt. Er erhielt 1995 eine Lizenz für seinen Fernsehsender TVZ. Da aber niemand mehr die Nachrichten der staatlichen RTB schaute, die bei TVZ in einer neuen politischen Couleur erschienen, wurden ihm die Frequenzen nach wenigen Wochen wieder entzogen und durch andere ersetzt, die nicht seiner Ausrüstung entsprachen. Das Verhalten des Informationsministeriums war eindeutig politisch motiviert.

In den letzten Jahren hat sich die TV-Landschaft gewandelt. Neben TVZ gibt es andere private Sender. Auch Sender, die auf spirituellen Inhalt ausgerichtet sind oder Musik und Sport in den Vordergrund stellen, haben eigene selbstgestaltete Nachrichtensendungen mit zum Teil kritischem Inhalt.

Über die Zulassung eines Senders entscheidet der «Conseil Supérieur de la Communication» des Ministère de la Culture, du Tourisme et de la Communication (MCTC), der Mitglied des in Ouagadougou 2007 gegründeten frankophonen Netzes zur Regulierung der Medien (REFRAM) ist. Die privaten Sender wie Canal 3 strahlen aber nur über einige städtische Bezirke aus, während das staatliche RTB auch in den Provinzen sendet.

Bisher existierte offen oder verdeckt eine Käuflichkeit von Journalisten und Sendezeiten. Nachrichtensendungen auf der staatlichen RTB um 20.00 Uhr bestanden – neben den aktuellen Meldungen aus Burkina Faso und der Welt (meist vom französischen Fernsehen übernommen) – zu einem großen Teil aus einer Aneinanderreihung 2-minütiger Reportagen von Entwicklungsprojekten, Workshops oder diplomatischen Empfängen, die alle einen monoton optimistischen Ton anschlugen und die Situation beschönigten. Das lag daran, dass sich das Fernsehen für die Ausstrahlung solcher Beiträge, die der Profilierung der Auftraggeber dienen sollten, wie ein Dienstleister bezahlen ließ.

Einen Rückschlag erlebte die Pressefreiheit in Burkina Faso 2012 durch die Verhaftung und Verurteilung des Journalisten Issa Lohé Konaté von L`Ouragan. Der Fall wies Gesetzeslücken auf, die Richtern und Staatsanwälten Freiraum für willkürliche Maßnahmen ließen.

Abdoulaye Diallo, Geschäftsführer des Pressezentrums CNPNZ, äußerte sich in einem Interview im Februar 2013 zufrieden über Pressefreiheit und Medienpluralismus in Burkina Faso. Burkina Faso habe eine verantwortungsbewusste Presse. Er wies aber auf große Gesetzeslücken hin, die die Rechte von Journalisten bedrohen. Er beschrieb die Justiz in Burkina Faso als äußerst schwach. So deckt die Presse vielfach Verbrechen auf, die aber keine Strafverfolgungen nach sich zögen.

Events

FESPACO

Das bekannteste und weltweit beachtete kulturelle Großereignis von Burkina Faso sind die Filmfestspiele «Festival Panafricain du Cinéma et de la Télévision de Ouagadougou», das FESPACO. Diese finden seit 1969 alle zwei Jahre in Ouagadougou statt. Sie gelten als «Schaufenster» des afrikanischen Kinos.

Die 25. Ausgabe des FESPACO fand von 25.02.-04.03.2017 statt. Dafür wurden 950 Filme   eingereicht, 70 davon aus Burkina Faso. 20 Filme wurden von der Jury für den Wettbewerb ausgewählt. Viele Filme behandeln aktuelle Themen Afrikas. Wie nie zuvor standen bei diesem FESPACO Frauen im Zentrum. Der burkinische Eröffnungsfilm «Frontièrs» von Apoline Traore kritisiert die fehlende Grenzfreiheit zwischen CEDEAO-Staaten. 

In diesem Roadmovie reisen vier Frauen von Dakar nach Lagos und ihre bescheidenen Geschäfte stoßen auf alle denkbaren Grenzen. «Wulu» aus Mali deckt die Komplizenschaft von malischem Militär und Al-Qaida im Drogenhandel auf. Der burkinische Film von Adama Roamba «Le forêt de Niolo» setzt sich mit Reichtum und todbringender Umweltzerstörung in Burkina Faso auseinander. Der Sieger des «Etalon d´or de Yennenga» wurde am 04.03.2017 bekannt gegeben: «Félicité» von Alain Gomis aus dem Senegal, der bereits vor vier   Jahren den ersten Preis mit Tey (= «heute») erhielt. Hauptperson des sehr musikalischen Films ist  eine Barsängerin in Kinshasa, die in einem elektrisierenden Milieu lebt. Ihr Leben wird zu einem harten Kampf, den sie mutig und unerbittlich führt. Der Film wurde bereits vier Wochen zuvor auf der Berlinale präsentiert und wurde als eine der traurigsten Geschichten bezeichnet, die jemals auf der Berlinale erzählt wurden. Er erhielt in Berlin den «Silbernen Bären des großen Preises der Jury».

Das FESPACO 2017 bewies, dass es in Ouagadougou eine lebhafte Filmkulturszene gibt, die aber von den Volksfestivitäten der «rues marchandes» (Reihen mit folkloristischen Verkaufsbuden und Bierschänken mit Grillfleisch) abgehoben ist und sich auch nicht im Konsens mit den sie  begleitenden politischen Reden befindet.

Es gibt in Ouagadougou nur zwei größere burkinische Kinosäle und die Filme dringen nicht in die Stadtteile oder zur ländlichen Bevölkerung vor.

Im Mai 2019 fand die 26. Ausgabe des FESPACO statt.

SIAO

Zweitgrößtes kulturelles Ereignis in Burkina Faso ist der SIAO, der «Salon International de l’Artisanat de Ouagadougou», eine Kunsthandwerksmesse. Er findet in zweijährigem Rhythmus statt. (2014 fiel er wegen Ebolagefahr aus.) Die 15. Ausgabe des SIAO fand vom 26.10. bis 04.11.2018 statt.

Gastland war Madagaskar. Die Messe zeigte auf etwa 10.000 m² Ausstellungsfläche Produkte aus ganz Afrika. 2.710 Aussteller standen 250.000 Besuchern gegenüber. Das reichhaltige Angebot an burkinischem Kunsthandwerk zeugte von der handwerklichen Tradition des Landes. Als wichtigste Handelswaren sind Bronzestatuetten, die mit der Technik der verlorenen Form hergestellt werden, Holzarbeiten wie Masken und Statuetten, aber auch Musikinstrumente (Djembé, Balafone etc.), Lederwaren, Flechtwaren, Baumwolldecken und traditionell gewebt, gefärbt und geschneiderte Stoffe (Nationaltracht: Faso dan Fani), sowie mit unterschiedlichen Batiktechniken bemalte Stoffe zu nennen. Schuhe und Schmuck wurden von Nordafrikanern angeboten. Der SIAO ist eine Demonstration gegen Massen- und Billigproduktion. Von vielen Besuchern werden daher immer wieder die hohen Preise der Produkte beklagt.

Ebenfalls zweijährig wird die «Semaine Nationale de la Culture» (SNC) abgehalten. Ziel der SNC ist die Förderung der nationalen Kulturszene. Mit wechselnder Themenstellung findet sie seit 1990 in Bobo-Dioulasso statt. Bei der Preisvergabe werden in unterschiedlichen Kategorien auch die kulturellen Unterschiede der Regionen berücksichtigt. 2018 fand die 19. Ausgabe der SNC und 2020 die 20. Ausgabe statt.

Nicht nur vom Staat wird die Kulturszene animiert, sondern auch von vielen privaten und professionellen Kulturinstitutionen.

Einige von vielen unabhängigen Veranstaltungen und Festivals sind:

Musik

Kunde, größtes Musikfestival mit Preisvergabe
Jazz à Ouaga, Musikfestival

Waga Festival, Festival der Musiktalente, früher: Waga Hip Hop

Nuits Atypiques de Koudougou (NAK), 

Mischkulturevent, internationales Musikfestival Festival Balan-Kan

Festival des Balafon in Orodara

Reggae-City-Festival, Cheforganisator Sams´k Jah

Film, Theater und Tanz

Récréâtrales, Theaterfestival der Theaterförderung

FITD, Internationales Festival des Entwicklungstheaters im ATB 

Rendez-vous chez nous, Straßentheater, Akrobatik in drei Städten

FITMO, Internationales Theater- und Marionettenfestival von Jean-Pierre Guingane
Internationales Tanzfestival, Choreographie

Masken

FESTIMA, Masken und Kunst in Dedougou

Carneval Dodo, Tiermaskerade am Ende des Ramadan

Literatur und Tradition

Festival Yeelen, Märchen und Musik

FIRHO [Foire International du Rire à Ouagadougou], Lach- und Humorfestival

Festivals des Arts & Traditions Populaires du Nayala, verschiedene regionale Kulturevents
Festival Passana
Scherzverwandtschaft FESTANA
Kunst und Kultur in Toma/Nayala FESDIG
Jugend und Kultur in Fada N´Gourma

FESTICHAMS
Kamelfestival
Kultur und Musik im Sahel

Film und Theater

Neben der Austragung des FESPACO als größtem afrikanischem Filmfestival hat Burkina Faso selber international renommierte Filmemacher hervorgebracht. Unter anderem erhielten die Filme «Wend Kuuni» und «Buud Yam» des Filmpioniers Gaston Kaboré sowie «Tilai» von Idrissa Ouedraogo (†18.02.2018) mehrere große Preise, auch in Cannes. Die Filme behandeln meist Probleme der Tradition Afrikas und sind ästhetisch und filmtechnisch vom französischen Film beeinflusst. Weiterhin international bekannt wurden Fanta Régina Nacro, Pierre Yaméogo, Appoline Traore, Paul Roamba, Sanou Kollo David und Dani Kouyaté, der Sohn des bekannten Schauspielers Sotigui Kouyaté. Gaston Kabore ist heute Ausbilder einer Filmschule.

Komödienhafte Fernsehserien werden im eigenen Land gedreht. Besonders beliebt sind oder waren «Commissariat de Tampy», «Kadi Jolie» und «Les Bobodiouf«, «Faits de société«, «Vis A Vis» oder die Serie «Le Testament» von Appoline Traore, in der es nicht immer komödienhaft zugeht.

Die Theaterlandschaft ist sehr bunt. Es gibt viele kleine Theater, die zum Teil versuchen, als Theater-Forum über soziale und gesundheitliche Probleme aufzuklären. AIDS, die Rollen der Frau oder Staatsbürgerrechte sind häufige Themen des «Thêatre de sensiblisation». Stücke zur Sensibilisierung der Bevölkerung werden dabei oft von NROs bestellt.

Immer mehr ist das burkinische Theater aber zu einem Autorentheater geworden, das sich künstlerisch mit sozialen Themen auseinandersetzt. Seit langem gibt es Theaterstrukturen, die Theater schaffen und zeigen und die sogar Spielpläne herausgeben.

Inspiriert vom brasilianischen «Theater Forum» gründete Prosper Compaore 1978 das Atelier-Théâtre-Burkinabé als «soziales Theater» oder «Entwicklungstheater». Der Schauspieler Etienne Minoungou war bereits oft in Deutschland auf der Bühne zu sehen. Mit ihm finden in Ouagadougou alle zwei Jahre die Récréâtrales, eines der größten Theaterfestivals im frankophonen Afrika, statt. Die Récréâtrales sind eines von wenigen produzierenden Theaterfestivals in Westafrika. Sie bieten seit 2002 Kreativteams aus ganz Afrika Residenzen für panafrikanische Theaterproduktionen,  Ausbildung und Dramaturgie an.

Während das FESPACO sein Pendant in der FilmInitiative Köln (17. Ausgabe 19.09.-29.09.2019) hat, findet die Récréâtrale in Köln in dem africologneFESTIVAL, einem Festival des afrikanischen Theaters, alle zwei Jahre ihr Gegenüber.

Zu den bekanntesten Theatern in Ouagadougou gehört neben dem erwähnten ATB das CITO (Carrefour International de Théâtre de Ouagadougou), neben dem Stade municipale gelegen. Außerdem sind «Espace Culturel Gambidi» in Dasassgho (Osten von Ouagadougou), «Cartel«, «Bienvenue-Théâtre Bazega«, und «Compagnie Marbayassa» viel besuchte Theater.

Operndorf von Christoph Schlingensief

Als ein Werk deutscher Aktionskunst wurde vor einigen Jahren etwa 35 km nord-östlich der Hauptstadt Ouagadougou der Bau eines «Operndorfes» begonnen, das von dem 2010 verstorbenen Christoph Schlingensief inspiriert und von dem Architekten Francis Kéré weiter gebaut wird. Geplant wurde ein Ort interkultureller Begegnung. Die Plattform für Kreativität und Umdenken ruht auf Bildung, Gesundheit und Kultur. Kunst und Leben bilden eine Einheit. Daher wurden zunächst eine Schule und eine Krankenanstalt errichtet. Gemäß dem Verständnis von Schlingensief «Wenn ein neugeborenes Kind schreit, dann ist das die wahre Opernmusik» entstand eine Geburtenstation. Die architektonische und versorgungstechnische Qualität der Einrichtungen für Patienten der Umgebung und für 200 Schüler ist für burkinische Verhältnisse überdurchschnittlich. Ein Tonstudio wurde mit der Robert-Schumann-Hochschule Düsseldorf eingerichtet. Es gibt ein monatliches Kulturprogramm (Marionettentheater, Gastspiele, Konzerte), ein Festspielhaus ist aber noch nicht gebaut.

An dem Projekt wurde vor allem von Entwicklungstheoretikern kritisiert, dass ihm die exzentrische Idee eines selbstbezogenen deutschen Künstlers zu Grunde liegt und das Vorhaben nicht auf den Ideen und Initiativen der burkinischen Kulturszene basiert, die vielfältiger Förderung bedarf. Kritisiert werden die hohen Investitions- und Folgekosten, die das Projekt durch seine intensive  Medienpräsenz bisher eintreiben konnte und vielleicht weiter kann. Zuviel Fördermittel (z.B. des Goethe-Instituts) gehen der mittellosen kulturellen Infrastruktur in Ouagadougou und damit talentierten burkinischen Künstlern verloren. Private Fördervereine behaupten, dass sie mit den gleichen Kosten ein Mehrfaches an Schulen und Krankenanstalten bauen lassen könnten.

Das Projekt erfuhr im Laufe der Zeit Umbrüche. Nicht ein deutsches Opernhaus soll in der Wüste gebaut werden. Der erweiterte Begriff «Oper» meint die Harmonie in der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen. Es geht heute vielmehr um eine Bühne zur Ansiedlung sich frei entfaltender burkinischer Musik, Tanz und Theater, die nicht an ein fest stehendes Haus gebunden sind. Die Projektverantwortlichen, an der Spitze die Witwe Schlingensiefs, Aino Laberenz, bemühen sich daher sehr, namhafte Kulturschaffende aus Burkina Faso in Planung und Veranstaltungen einzubinden.

Dabei entsteht ein neuer Raum eigenständigen burkinischen Kulturlebens. Schauspieler Etienne Minougou, Rapper Smockey, Filmemacher Gaston Kaboré, Choreographin Irène Tassembédo, Komponist Konomba Traoré und Bildhauer Siriki Ky gehören zum künstlerischen Beirat des Vorhabens.

Das Zusammenwachsen von Kreativität in der ländlichen Bevölkerung und Kulturleben in der Metropole bleibt Herausforderung und ein Stück harte Arbeit im Operndorf. (Video)

Bildende Kunst

Unter den Künstlern ist der Bildhauer Jean-Luc Bambara durch Ausstellungen in Europa bekannt.  Er war auch gemeinsam mit Siriki Ky an der Entstehung des Skulpturenparks in  Laongo beteiligt. Adama Pacode (geb. 1970) ist für seine Assemblagen bekannt, in denen er Mythen und Riten als lebendige Kräfte beschreibt. Als noch junge Maler sind Christophe Sawadogo, Fernand Nonkouni, Jean-Didier Yanogo, Sama, Mahamoudou Zinkoné («naive» Malerei), Salimata Kaboré, Kader Boly und Inoussa Simporé zu nennen.

Suzanne Ouédraogo setzt sich in ihren zoomorphischen Darstellungen des Menschen mit der Verarbeitung von Themen wie Beschneidung, Geburt, Natur, Wildheit und Gleichstellung auseinander. Tiere sind das Medium der Tierarzttochter. «Der Mensch kann tierischer sein als das Tier.» 2009 wurde sie als «Femme d´or de peinture» geehrt. Suzanne Ouédraogo arbeitet eng zusammen mit Marie-Blanche Ouédraogo.

Literatur

Literatur begann in Burkina Faso mit der Verschriftlichung alter Mythen und Legenden.

Literaturgeschichte begann aber erst nach der Unabhängigkeit mit dem Werk von Nazi Boni

(1909-1969) «Crépuscule des temps anciens» aus dem Jahr 1962. Es geht dabei um die Konfrontation traditioneller Werte mit dem herrschenden Kolonialismus. Das Buch ist gleichzeitig eine Chronik der Geschichte seines Stammes, der Bwamu (Bwaba). Wie Boni waren Roger Nikiema, Pierre Dabiré und Maître Titinga Frédéric Pacéré als Schriftsteller von der Négritude beeinflusst, nicht zu vergessen Joseph Ki-Zerbo («Die Geschichte Schwarz-Afrikas»). 

Als Schriftstellerinnen traten in neuerer Zeit Monique Ilboudo (Juristin, Politikerin, Romanautorin), Bernadette Sanou und Sophie Heidi Kam (geb. 1968, Dichterin und Dramaturgin) in Erscheinung. Mit Tradition und Kolonialismus befasst sich auch die esoterisch anmutende Autobiographie «Vom Geist Afrikas – Das Leben eines afrikanischen Schamanen» (Original: «Of water and the spirit») von Malidoma Patrice Somé, der seit langem als Professor in den USA lehrt. Sein Buch führt in Geheimnisse der magischen Welt der Dagara. Somé wurde als 6-jähriges Kind von einem französischen Pater entführt und auf einer Jesuitenschule erzogen. Zu den zeitgenössischen Dichtern zählen auch Jaques Boureimane Guegane und Patrick Couldiaty.

Justin Stanislas Drabo ist Preisträger des «Grand Prix Nationale des Arts et des Lettres». Bei den SNC 2016 erhielt er den 1. Preis für Poesie für «Les terres amères». 2014 erhielt er den 1. Literatur/Theaterpreis für sein Drama: «La république en jupon». Bei der SNC 2012 wurde sein Werk «Les Confessions d’une muette» in  der Kategorie Literatur/Novelle mit dem 1. Preis ausgezeichnet.

Sein Werk «Le Fruit béni du péché» wurde 2013 bei den Spielen der Francophonie in Nizza nominiert. Bei der Recréâtrale 2014 stellte er sein Stück «L´autopsie» vor. Das Stück wurde mit dem Preis des besten burkinischen Theatertextes ausgezeichnet. Das Stück «L´Ingérence», das sich mit dem Verhältnis der deutschen Kooperation zur burkinischen Politik kritisch auseinandersetzt, wurde am 18.06 2017 in Köln im Beisein des Autors in deutscher Sprache («Einmischung») auf dem africologneFESTIVAL präsentiert.

Drabo schreibt auch Gedichte und Liedtexte, zu denen er die Musik komponiert. Zu seinen Gedichten gehören «Identité» und «Les proses roses sur une tombe«, eine Hommage auf Thomas Sankara.

Musik

Musik als ästhetisches Klangerlebnis kennt man in Burkina Faso erst seit dem 20. Jahrhundert.

Traditionell hat Musik ihren Sitz im kultischen oder sakralen Leben. Geschichte(n) wurde(n) von Griots gesungen. Das in Pentatonik gestimmte Balafon mit bis zu 21 Stäben ist im Westen von Burkina Faso vor allem bei den Senufo (Immatrielles Kulturerbe der UNESCO) verbreitet, während im Osten und im Mossigebiet traditionelle Musik aus Trommeln und Flöten hervorgebracht wird. Dabei ist Musik immer mit Bewegung verbunden. Flöten sind manchmal nur auf einen Ton gestimmt. Die Melodie entsteht, indem mehrere Flötisten ihren unterschiedlichen Ton synchron zu gemeinsamen rhythmischen Gehbewegungen blasen, jeder an seiner Stelle. In Ouagadougou befindet sich ein Museum für Musikinstrumente im Stadtteil Paspanga.

Der im Februar 2012 gestorbene Georges  Ouédraogo prägte als Sänger und Komponist fast fünf Jahrzehnte lang die burkinische Musik. In den 1960er Jahren war er Schlagzeuger im «Volta-Jazz» und tingelte – nach Aufenthalten im «Jazz club quartier latin» von Treichville/Abidjan – in den 70ern mit der karibisch-afrikanischen Gruppe Bozambo durch Westdeutschland. Ins eigene Land zurückgekehrt ließ er mit langsamen oder schnellen Takten Generationen von Burkinabé tanzen. Er integrierte auch Elemente des Warba (dem traditionellen Tanz der Mossi) in seine zeitgenössisch popartigen Rhythmen und sang auf Französisch, Mooré und Dioula. Georges Ouedraogo wurde 2000 von Kundé zum «besten Künstler aller Zeiten» gewählt. 2003 schuf er mit «Rosalie» einen Hit, der bis heute in burkinischen Ohren wurmt.

Sein Spitzname auf Mooré lautete «Gandaogo (= der, der wagt) National».

Drei Monate später, am 03.05.2012, verstarb auch der virtuose Saxophonist Thomas Tiendrébéogo, der 1963 die «L`Echo Volta» und 1975 «Les suprêmes Kombemba» gründete und mit ihnen die Jazzszene Obervoltas der 60er und 70er Jahre bereicherte.

In der Rock- und Reggaemusik errang Black So Man internationalen Ruhm. Der scharfe Systemkritiker starb 2002 an den Folgen eines Autounfalls. Ein weiterer bekannter Reggaekünstler ist seit 20 Jahren Zêdess.

Wie Georges Ouédraogo erhielt auch Amety Meria den Prix de Kundé d´or («goldene Gitarre»), ebenso die in Abidjan geborene Sami Rama, deren Clips hohe Popularität erzielt haben. Amety Meria stellte im Juli 2014 ihr neues Album unter dem Namen «Djanto» vor. Darin singt sie zu Themen wie Glaube, Würde, Arbeitseifer, Loyalität.

Victor Démé, dessen Mutter Griot war, verbindet melodisch traditionelle Mandika-Musik mit modernen Rhythmen des Folk-Jazz und Salsa- Klängen. Sein 2008 erschienenes Album «Victor Démé, Chappa Blues Records» fand internationale Beachtung. 2010 folgte «Deli«. Démé starb im September 2015.

Viel gehört wird auch die aus einer bekannten Musikerfamilie stammende Idak Bassave. Dez Altino konnte den 13. Prix de Kundé d´or 2013 gewinnen. Den 14. Prix de Kundé d´or erhielt 2014 zum ersten Mal Alif Naba. Am 24.04.2015 wurde der Kundé- Preis 2015 an den Reggae-Sänger Sana Bob verliehen, der auch «crieur public» genannt wird.

Hervorgehoben wurde die Originalität seiner musikalischen Kreativität. Der Kundé-Preis 2016 ging an Dicko Fils, 2017 an Imilo le chanceux und 2018 an Hawa Boussim.

Bil Aka Kora konnte schon zweimal den Prix de Kundé d´or gewinnen. In seinem «Afrobeat» greift er auf traditionellen Tanz und Musik seines Stammes der Kassena zurück und schuf damit einen neuen Stil, die «Djongo Music».

Im «Jazz in Ouaga» setzt augenblicklich Patrick Kabré neue Akzente.

Im Bereich des Hiphop ist seit 15 Jahren Smockey (Serge Martin Bambara) im öffentlichen Licht. Sein Name ist eine Kontraktion aus «se moquer» (= «sich lustig machen»). Smockey hat zusammen mit dem Sänger Sams´K Le Jah die Bürgerbewegung «Le balai citoyen» ins Leben gerufen (siehe Geschichte Staat/Politik). Sams´K Le Jah macht Hiphop und Reggaemusik. Seine Themen sind politisch brisant (Video). Er ist ein großer Verehrer von Thomas Sankara.

Sehr bekannt im Hiphop sind auch Faso Kombat und Black Maarabouts. Faso Kombat gewann 2011 den Prix de Kundé d´or und gab 2013 mit Erfolg ihr Album «Zem-Zem» heraus. Das Duo Faso Kombat hat sich am 09.09.2014 getrennt.

Yeleen (=»Licht») ist ein Duo des aus dem Tschad stammenden Griot und Bildhauers Mawndoé und dem burkinischen Rapper und Dichter Salif (Smarty) (Interview). Sie interpretieren in einem melodiösen Hiphop und greifen dabei sozialkritische Themen in französischer, arabischer oder  afrikanischer Sprache auf. Ihre musikalische Inspiration ist eine einzigartige Synthese aus dem Norden und Süden des Landes sowie aus Tradition und Moderne. Yeleen erhielt 2008 den Prix de Kundé d´or. Nach 10 gemeinsamen Jahren folgt Smarty heute einer Solokarriere. Er erhielt den Prix Découvertes RFI 2013 (Interview).

Wendy (Interview) singt in ihrem 18 Titel umfassenden Album «Gal Yam» auf Mooré zu Themen des Verlassenseins in gesellschaftlicher Zerrissenheit.

Neben anderen Sängerinnen und Sängern sind augenblicklich vor allem Floby, Imilo le chanceux, Awa Boussim, Dicko Fils und Dez Altino die großen Stars in Burkina Faso.

Die Musikszene in Burkina Faso steht außerdem stark unter dem Einfluss der Kultur der Elfenbeinküste. Beispiele sind Hits wie «Premier Gaou» oder der Tanz zu «Coupé décolé«.

Sport

Die Provinz Sourou ist Hochburg des in Westafrika verbreiteten «Lutte traditionnelle«, eines Jahrhunderte alten Ringkampfes. In Tougan und Toma finden jährlich Wettbewerbe statt.

Nationaler Meister im Schwergewicht (über 100 kg) wurde z.B. am 04.05.2014 Alfred Zan Bani, der auch «der Donner von Kadiogo» genannt wird.

Im Radrennsport findet seit 1987 jedes Jahr in Burkina Faso die «Tour du Faso» (Hinweis DLF auf Dokumentarfilm) statt. Bei bisher 32 Ausgaben waren 14 mal burkinische Radsportler erfolgreich, zuletzt 2018. Die für Oktober 2014 vorgesehene Tour du Faso wurde wegen Ebolagefahr abgesagt.

Irène Tiendrébéogo nahm als Hochspringerin an Weltmeisterschaften und den Olympischen Spielen in Atlanta 1996 teil. Laetitia Bambara errang bei der Afrikameisterschaft 2014 Gold im Hammerwerfen. Marthe Koala gewann dabei Gold im Siebenkampf. Letztere trat für Burkina Faso 2016 in Rio im 100 m Hürdenlauf an. Insgesamt waren fünf Sportler für Burkina Faso in Rio dabei.

Der Boxsport wurde Anfang der 1990er Jahre von dem Münchener Tourismusveranstalter Siggi Krigar († 2009) gefördert und brachte im Superfedergewicht den Afrikachampion 1996 Nabaloum Dramane hervor. Er wurde zu einem Idol der Jugend und ist noch heute unter dem Namen Boum-Boum bekannt.

Im Fußball kämpfen traditionell die Mannschaften ASFA Yennenga, EFO (Etoile filante de Ouagadougou), Planète Champion (Verein der Fußballakademie) oder Santos FC Ouagadougou jedes Jahr um die burkinische Meisterschaft.

International konnte sich die burkinische Fußballnationalmannschaft von 1978 bis 2019 für elf Afrikameisterschaften (CAN) qualifizieren, schied jedoch acht Mal in der Vorrunde aus. 1998 belegten die «Étalons» (=Hengste) im eigenen Land den vierten Rang. Bei der vorgezogenen CAN in Südafrika 2013 konnte sich Burkina Faso zum ersten Mal in der Geschichte für das Finale qualifizieren, unterlag aber am 10.02.2013 gegen Nigeria 0:1. Bei der CAN 2017 in Gabun erreichte Burkina Faso durch einen 1:0 Sieg über Ghana den 3. Rang. Die Regierung zahlte für die Teilnahme etwa 4 Mio EURO.

Alle Nationalspieler sind bei ausländischen Vereinen verpflichtet. Fußballer wie Jonathan Pitroipa, Wilfried Sanou oder Aristide Bancé spielen oder spielten in der 1., 2. oder 3. Bundesliga. Ein Freundschaftsspiel gegen Nigeria musste am 25.03.2017 abgesagt werden, weil die Visa der Spieler und Betreuer für London, wo das Spiel stattfinden sollte, nicht zeitgerecht ausgestellt wurden.

Nach dem Deutsch-Franzosen Gernot Rohr wurde der Portugiese Paulo Duarte neuer burkinischer Nationaltrainer.

Religion

In ländlichen Gebieten behaupten sich bis heute Formen eines seit Jahrhunderten, vielleicht Jahrtausenden gelebten «Animismus», deren Wesen die Kommunikation mit den Ahnen und die Beschwichtigung von Geistern ist. Nach den vorherrschenden religiös-metaphysischen Vorstellungen hat sich Gott «Wende», der Baumeister des Kosmos, weit von der Welt entfernt und die Herrschaft über Erde und Luft Geistwesen überlassen. Maskentänze – vor allem bei Totenfeiern -, Fetischopfer, rituelle Befragung der Ahnen, Ältestenräte, Talismane und übernatürliche Kraftausflüsse sind einige kultische Bestandteile, die das Leben in den Dörfern maßgebend bestimmen und deren Einfluss bis  in das Stadtleben reicht.

Bis auf die Fulbe, die zu 99 % Moslems sind, sind die Ethnien – ja sogar die Familien – in ihrer Religionszugehörigkeit durchmischt. Weil Schulbildung ursprünglich in der Hand der katholischen Missionare lag, ist die überwiegende Zahl der Professoren und Politiker katholisch, obwohl Katholiken kaum 15 % der Bevölkerung ausmachen. Kaufleute sind in der Mehrheit Moslems und sind zum Teil   in Koranschulen unterrichtet worden. Eine fanatisch intolerante Form des Islam ist in Burkina Faso nicht anzutreffen. Moslems besuchen ihre dem Christentum anhängenden Freunde an christlichen Feiertagen und umgekehrt. 

Laut NRO International Crisis Group ist Burkina Faso unter den Sahel- Ländern eine Ausnahme, was die Vielfältigkeit der Religionen und die Toleranz angeht. In der Ausübung ihrer Religion greifen sowohl Moslems als auch Katholiken auf viele Elemente des Ahnen- und Geisterglaubens zurück. Sofern diese Elemente nicht integriert werden können, leben ihre Derivate in den Städten als Parallelreligion weiter. Halb bedeckt bis offen blühen vielfältige Formen der Scharlatanerie und des «Maraboutage«, in denen sich einige die Verunsicherung vieler zunutze machen und die mit Spiritualität nichts zu tun haben. Protestantische Gruppen (ca. 5 % der Bevölkerung) benutzen den Animismus eher als Folie, von der sie die neue Lehre abheben wollen und haften ihr dadurch weiterhin negativ an.

Der Urheber ist auf dem Länderportal der GIZ nicht erwähnt gewesen. Ich habe die GIZ informiert, dass ich in meine touristischen Webseiten das wertvolle Wissen einpflege. Jede Unterstützung ist willkommen. Vor allem in Bezug auf Bildern und Wahrung der Aktualität bin ich auf Hilfe angewiesen.