Landesinfo

Die ehemals französische Kolonie wurde 1984 in Burkina Faso, d.h. „Land der Unbestechlichen“, umbenannt. Der revolutionäre Aufbruch endete zunächst tragisch, blüht aber heute wieder – nach Überwindung einer 27-jährigen diktatorischen Herrschaft – zu einer für Afrika ungewohnten Hoffnung auf. Unbestechlich bleibt der Humor, mit dem Burkiner ihr Leben bewältigen. Weder Meer, Wüste noch Regenwald, Burkina Faso leitet – von Süd nach Nord – aus der tropisch feuchten Sudanzone in die trocken-heiße Sahelzone über. Monsun und Harmattan bestimmen Regen- und Trockenzeiten.

Offizieller Name Burkina Faso
Fläche 274.200 km²
Einwohner 20,83 Mio. (2020, geschätzt)
Bevölkerungswachstum 2,66 % (2020, geschätzt)
Regierungssitz Ouagadougou
Amtssprache Französisch
Regionalsprachen Mooré, Peul, Dioula u.a.

Das Binnenland Burkina Faso liegt im Sudangürtel Westafrikas und  ist im Nordosten Teil des Sahels, wo es an Niger und Mali grenzt. Das Land hat im Norden und im Nordwesten eine in zwei Kleinkriegen (1974, 1985) umstrittene aber endgültig geklärte Grenze mit Mali. Der Verlauf der Ostgrenze wurde erst 2015 mit Niger vor dem Internationalen Gerichtshof endgültig geklärt. Im Süden (von West nach Ost) grenzt Burkina Faso an die Elfenbeinküste (Elfenbeinküste), Ghana, Togo und Benin. Das westafrikanische Binnenland ist mit 274.200 km² etwa so groß wie die alten Bundesländer.

Grunddaten zum Land bietet z.B. das Auswärtige Amt. Ausführlichere Informationen sind im World Factbook der CIA zu finden, bei der Weltbank, im Bericht über die menschliche Entwicklung des UNDP oder bei der statistischen Abteilung der UN. Statistische und demographische Grunddaten werden in Burkina Faso vom Institut National de la Statistique et de la Démographie (INSD) erfasst und analysiert.

Anlaufstelle für alle Belange der Kartographie in Ouagadougou ist das Institut Géographique du Burkina (IGB). Es ist sehr gut ausgestattet und macht seit fast 30 Jahren Luftaufnahmen.

Im Februar 2015 wurde vom IGB (mit Unterstützung des IGF) die vier Jahre andauernde Aktualisierung der landesweit flächendeckenden Karten im Maßstab 1 : 200.000 abgeschlossen und als Neuheit in Westafrika vorgestellt.

Die sicher umfangreichste wissenschaftliche Kartensammlung von Burkina Faso bietet das Institut de Recherche en Développement – IRD (Institut für Entwicklungsforschung). Es betreibt ein großes Archiv von historischen Landes- und Landesgebietskarten, die im Rahmen fachspezifischer Forschungen entstanden sind.

Eine weitere und fortwährend aktualisierte Kartensammlung über  das Land Burkina Faso, die zur Koordinierung von  Katastrophenschutz angelegt ist, bietet Reliefweb, ein Portal von OCHA, dem Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten des UN-Sekretariats. Themen sind die jüngsten Überschwemmungen, Epidemien, Flüchtlingsströme, Nahrungssicherung und Bürgerkriege. Ähnlich erstellte die FAO ihrem Anliegen entsprechende Themenkarten. Aufschlussreich kann auch das von der Universität  von Texas in Austin zusammengestellte Kartenangebot sein.

Den Vergleich von Burkina Faso mit den weiteren Ländern der Region ermöglicht ein Sahara-Sahel-Atlas.

Außerdem gibt es einfache Landkarten, die jeweils andere Schwerpunkte haben wie z.B.

Burkina Faso (Routard.com) mit Nationalparks

Burkina Faso – Sprachen-Landkarte (Ethnologie) (67 Sprachen)
Stadtplan von Ouagadougou bei Mapquest

Sozialgeographische Gegebenheiten

Bevölkerung

Burkina Faso hat über 20 Mio. Einwohner. Die Bevölkerungsdichte liegt – laut Schätzungen einer kanadischen Schule für Angewandte Politik – bei 70 Einwohner/km². Davon leben 70 % außerhalb von Städten und betreiben in der Mehrheit Subsistenzlandwirtschaft. Seit Jahrzehnten halten Migration und Landflucht an. Die höchsten Bevölkerungsdichten findet man auf dem Zentralplateau.

Die Bevölkerung umfasst etwa 60 ethnische Gruppen. Die dominierende ist die Mossi-Gruppe mit einem Anteil von mindestens 40 %, Neben der Amtssprache Französisch sind Mooré, Dioula und Fulfuldé die wichtigsten Verkehrssprachen. Etwa 43 % der Bevölkerung ist unter 15 Jahre alt, die Zahl der Analphabeten liegt mit fast 60 % sehr hoch.

Über 60 % der Bevölkerung bekennt sich zum Islam, etwa 30 % zu christlichen Konfessionen. Auch wenn sich nach außen nur noch etwa knapp 10 % als Anhänger eines traditionellen «Animismus» bezeichnen würden, praktiziert die große Mehrheit der Bevölkerung über die Konfessionsgrenzen hinweg in irgendeiner Spielart Geister- und Ahnenspiritualität.

Im Jahr 2017 lebten fast 1,5 Mio. Burkiner im Ausland, davon über 1,3 Mio. in der Elfenbeinküste und mehr als 120.000 in den weiteren Ländern der Region.

Städte

Die wichtigsten Städte Burkina Fasos sind die Hauptstadt Ouagadougou mit ca. 2,87 Mio. Einwohnern, Bobo-Dioulasso mit ca. 807.000, Koudougou mit ca. 183.000, Fada N’Gourma mit ca. 180.000 und Ouahigouya mit ca. 170.000 (alle geschätzt 2016).

Burkina Faso gehört zu den Ländern Westafrikas mit den niedrigsten Urbanisierungsquoten. Sie beträgt 30 % (HDR, 2020) im ganzen Land. Doch die Hauptstadt wächst in einem Schwindel erregenden Tempo. Im Jahr 2025 wird die Einwohnerzahl Ouagadougous auf 5.000.000 zugehen. Vor diesem Horizont entwerfen Stadtplaner einen «Schéma directeur d’aménagement du grand Ouaga» (SDAGO). Dabei ist das Participatory Slum Upgrading Program (PSUP), das mit Hilfe von UN Habitat umgesetzt werden soll, in die nationale Stadtentwicklungspolitik eingebettet.

Verkehrswege

Straßen

Das Straßennetz von Burkina Faso umfasst laut dem World Factbook der CIA derzeit 92.495 km. Etwa 60 % aller Nationalstraßen (RN) sind asphaltiert, d.h. 3.857 km von insgesamt 6.697 km. Sie bilden die Hauptverkehrsachsen zwischen den größeren Städten und den Nachbarländern. Regional- und Provinzstraßen (8.575 km) sind zum größten Teil befestigte Lateritstraßen (Erdstraßen). 

Daneben existieren über 75.000 km ländliche Pisten ohne Straßenbelag, die in der Regenzeit nur schwer passierbar sind. Zwischen allen Städten Burkina Fasos verkehren private Buslinien. Neben Überlandbussen werden oft Minibusse („Taxi- brousse“) eingesetzt. Um die immer größer werdenden Verkehrsströme einzudämmen, wurden seit 2005 drei Stadtautobahnkreuze («échangeurs») gebaut. Ein viertes Drehkreuz ist nun im Norden im Bau.

Schienenverkehr

Die einzige Bahnlinie (früher Régie Abidjan-Niger = RAN) wurde während der Kolonialzeit in verschiedenen Etappen zwischen Ouagadougou, Koudougou, Bobo-Dioulasso, Banfora und der  Grenze zur Elfenbeinküste gebaut. Von dort ist sie weiter mit dem Hafen von Abidjan verbunden. Die 1954 fertiggestellte Linie wurde während der Revolutionszeit (1983-87) bis Kaya ausgebaut (bataille du rail). Die ein- und meterspurige Strecke umfasst insgesamt 1.264 km, davon 622 km in Burkina Faso. Sie ist nicht elektrifiziert.

Seit den 1990er Jahren kam es zu Phasen der Privatisierung und Umstrukturierung, die durch den Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste Rückschläge erlitten. Seit 2009 sind umfangreiche Sanierungen im Gang. Heute verkehren unter dem Namen SITARAIL täglich Güter- und Personenzüge zwischen Abidjan und Ouagadougou. SITARAIL gehört heute zur Gruppe Bolloré. 2013 konnten für den Güterverkehr 97 Waggons à 50 t aus Indien geliefert werden. Die Kapazität der Linie konnte damit um etwa 40 % gesteigert werden. Der technische Zustand der Strecke ist jedoch weiterhin marode und erlaubt keine höheren Geschwindigkeiten.

Am 06.09.2016 stürzte die 1911 gebaute Eisenbahnbrücke in Dimbokro, 240 km nördlich von Abidjan, ein. Dadurch wurde die Schienenverbindung zwischen Abidjan und Ouagadougou für mehrere Wochen unterbrochen. Im Juli 2017 kündigte Außenminister Alpha Barry an, die Strecke Abidjan-Ouagadougou würde in den kommenden Jahren für 400 Millionen EURO saniert werden. Zum Baubeginn kam es am 04.12.2017. Für die Instandsetzung sind 8 Jahre vorgesehen. 853 km Schienen und 31 Bahnhöfe werden   erneuert. 5 Millionen Tonnen (Waren und Rohstoffe) sowie 800.000 Reisende sollen in Zukunft pro Jahr befördert werden.

Der Ausbau der Strecke war von Beginn an bis Niamey/Niger vorgesehen. Schon seit mehr als einem halben Jahrhundert wird vor allem an einer Verbindung zu dem im äußersten Norden gelegenen Tambao geplant, wo Manganvorkommen abgebaut werden könnten. An einer Eisenbahnverbindung (boucle ferroviaire) Cotonou-Parakou-Dosso-Niamey-Ouagadougou- Abidjan wird ebenfalls geplant. Federführend an dem Unternehmen ist mit über 40 % die Gruppe Bolloré. Immer wieder wird auch der Bau einer Eisenbahnstrecke Ouagadougou-Accra ins Gespräch gebracht. Bei den bilateralen Gesprächen zwischen Ghana und Burkina Faso wurde diesem Plan im Mai 2017 wieder hohe Priorität eingeräumt. Am 15. Januar 2018 wurde das Projekt neu gestartet und die Trasse festgelegt. Sie soll von Ouagadougou aus 218 km über Kombissiri, Manga, Yambassé, Pô und Dakola bis zur Grenze nach Ghana verlaufen.

Luftverkehr

Burkina Faso verfügt über internationale Flughäfen in Ouagadougou und in Bobo-Dioulasso. Die 2001 zunächst teilprivatisierte nationale Fluglinie, Air Burkina, verbindet Ouagadougou mit den westafrikanischen Städten Abidjan, Accra, Bamako, Cotonou, Dakar, und Lomé. 2017 gab die Agha Khan Foundation for Economic Development ihr Engagement im Flugverkehr auf und gab für einen symbolischen Franc CFA die Fluglinie wieder an den burkinischen Staat zurück.

Ouagadougou wird von Air France, Brussels Airlines, Royal Air Maroc, Air Algérie, Ethiopian Airlines, Turkish Airlines und anderen Fluggesellschaften angeflogen. 30 km nordöstlich von Ouagadougou, bei Donsin, wird seit 2010 ein neuer internationaler Flughafen geplant, der den bisherigen mitten im Stadtgebiet von Ouagadougou liegenden Flughafen ablösen soll. 960 Familien verlieren dadurch ihre Lebensgrundlage auf dem 4.400 ha großen Grundstück und erhielten bisher keine ausreichende Entschädigung. Es kam zu Demonstrationen. Die Erstellungskosten werden zu Baubeginn auf 450 Mio. EUR geschätzt. Es wurde anfangs mit bis zu drei Jahren Bauausführung gerechnet. Zehn Jahre später sind noch keine großen Fortschritte erzielt worden.

Neben den beiden internationalen Flughäfen existieren noch etwa 25 kleinere Flugplätze und Pisten ohne regelmäßigen Flugverkehr.

Der Urheber ist auf dem Länderportal der GIZ nicht erwähnt gewesen. Ich habe die GIZ informiert, dass ich in meine touristischen Webseiten das wertvolle Wissen einpflege. Jede Unterstützung ist willkommen. Vor allem in Bezug auf Bildern und Wahrung der Aktualität bin ich auf Hilfe angewiesen.